„Mein Weg zur Hebamme“ – Blog

06.10.2020

Wow… Wie schnell 5 Wochen rum gehen können, wenn man so viel Freude und Spaß hat… Mein letzter Beitrag ist nun schon etwas her, aber es ist so unglaublich viel passiert.

In den ersten 4 Tagen gab es einen Crashkurs, um uns auf den folgenden Praxiseinsatz vorzubereiten. Wir lernten etwas über die Vitalzeichenkontrolle, Hygieneregeln, Händedesinfektion und den groben Ablauf der jeweiligen Schichten auf Wochenstation und im Kreißsaal… Ok, die meisten Sachen waren mir nicht fremd und ich war erstaunt, was ich nach 17 Jahren noch alles wusste. Wir bekamen unsere Dienstausweise und unsere Kleidung und fanden uns als Klasse super zusammen. Was wahnsinnig toll war… das 2. Lehrjahr besuchte uns und brachte jedem von uns ein Begrüßungsgeschenk mit. Ein toller bedruckter Stoffbeutel mit allerlei nützlichen Sachen wie Kugelschreiber, Infoblätter und kleinen Pröbchen. Eine tolle Geste… Vielen Dank ihr Lieben 🙂

Die Aufregung stieg ins Unermessliche und wir waren alle wahnsinnig gespannt, was uns erwarten würde. In der zweiten Woche starteten wir mit 2 Einführungstagen. Die Stationen wurden abgelaufen, Räume gezeigt, wichtige Regeln besprochen usw.

Wir machten Rundgänge in der Klinik (gefühlt werde ich mich wohl nie zurecht finden…. das UKH ist riiiiiieeeesiggg) und übten Betten machen, Babyhandling und Vitalzeichenkontrollen.

Und dann war Mittwoch… Ab da waren alle in den Schichten unterwegs… Da wir mit dem 3. Lehrjahr zusammen in der Praxis waren, hatten wir kompetente Hilfe bei vielen Fragen. Danke, dass ihr uns so toll empfangen habt 🙂

Aber auch die meisten Hebammen und Schwestern waren sehr neugierig auf uns und nahmen uns gleich mit. Ich durfte 4  Geburten in den ersten 3 Wochen erleben… Es war einfach magisch, bei diesem intimen Moment dabei sein zu dürfen… Auch wenn die Geburten teilweise dramatisch und alles andere als hollywood-like waren, bin ich sehr dankbar, dass ich ein Teil davon sein durfte…

Natürlich gehörte auch Putzen und Aufräumen zu unseren Hauptaufgaben. Aber ich sehe das entspannt… Auch unsere Zeit wird kommen. Und durch Putzen und Auffüllen der Schränke merkt man sich super, wo was liegt 😉

In das Schichtsystem muss ich mich ersteinmal wieder einfinden… Gerade die Spätschichten waren anstrengend… Normal aufstehen und dann echt lange machen… Das habe ich zuletzt vor 15 Jahren in der Disko gehabt

Letzte Woche ging es dann in die erste Theoriephase. Wir begannen mit Anatomie, Theoretischer und Praktischer Geburtshilfe, Berufskunde, Erste Hilfe uvm. Auch die erste Arbeit wurde schon geschrieben.

Besonders interessant war das CTG (= Cardiotokogramm). Jetzt haben wir einen groben Überblick, was man daraus lesen kann und wann man reagieren muss… Aber auch die gesetzlichen Grundlagen der Hebammentätigkeit finde ich total spannend und ich freue mich auf die nächsten 3 Wochen.

Achja… Physik… ich weiß jetzt wieder, warum ich es in der 10. Klasse abgewählt habe… Ein Buch mit sieben Siegeln ;-)… Ich sage nur…. die 5 Nullen…

Heute bei der Praxisauswertung wurden wir gefragt, für was wir dankbar sind… Ich für mich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich mit meinen 36 Jahren noch einmal die Chance bekommen habe, diese wundervollen Beruf zu erlernen. Und auch wenn die ersten Wochen in der Praxis echt manchmal ernüchternd waren, halte ich an meinem Traum fest. Ich habe in meinem Leben schon viele Dinge gemeistert… und Dreck fressen gehört eben auch manchmal dazu… Aber auch ein respektvoller Umgang miteinander… Das lasse ich jetzt mal so stehen…

 

 

01.09.2020  –  D-Day … T-0 …. Es geht looooooos 🙂

Natürlich habe ich vor lauter Aufregung kaum ein Auge zugemacht in der letzten Nacht… Zu nervös war ich… Tausende Fragen schwirrten mir im Kopf herum…

Wie werden die Mitschüler sein?

Wie die Lehrer?

Komme ich pünktlich?

Finde ich mich zurecht? usw…

Und dann klingelte um 4:30 Uhr der Wecker und ich war erstaunlicherweise putzmunter ;-).

Ich machte mich fertig und startete um 5 Uhr in Richtung Wurzen, wo wir für den ersten Tag eine super Fahrgemeinschaft gebildet hatten. Natürlich waren wir dann auch viel zu früh da. Aber wir hatten noch Zeit, um uns etwas kennenzulernen und zu schnattern. Da war die Aufregung nur noch halb so groß.

Um 7:30 Uhr lernten wir unsere Klassenlehrerin kennen und starteten gleich mit der virtuellen Einführung für neue Mitarbeiter im  UKH. Das war zugegebenermaßen sehr anstrengend. Coronabedingt mussten wir Masken tragen, was über Stunden sehr an die Konzentration geht. Aber da müssen wir durch…

Nach einer Mittagspause ging es in die Vorstellungsrunde. Wir lernten uns und unsere Lehrer etwas kennen und durften ehrlich geschafft danach nach Hause starten. Ich bin sehr gespannt, was morgen auf uns wartet.

Und nächste Woche geht es schon in den Kreisssaal 🙂

Ich werde Hebamme !!!! 🙂

 

22.08.2020

Es gibt mal wieder ein kleines Update von mir.

Mittlerweile sind es nur noch 10 Tage bis zum Start meiner Ausbildung. Anfang August war ich zur betriebsärztlichen Einstellungsuntersuchung in Halle. Ich bin das erste Mal mit dem Auto gefahren und das hat echt erstaunlich gut geklappt. Angekommen, (natürlich fast 90 min zu früh 😉 ) habe ich mich erst einmal mit der Parkplatzsituation befasst… Wird auf jeden Fall spannend. Viele kostenlose Parkplätze gibt es schon mal nicht… Aber ich habe bereits Geheimtipps bekommen…

Um 9:00 Uhr bin ich dann in die Klinik rein und es ging ersteinmal coronabedingt zur Anmeldung, Daten und Besuchsgrund hinterlegen, Stoffmaske ab und Einmalmaske an und Temperatur messen. Und dann ging das Abenteuer los: Das UKH ist ja rieeeeesig. Derzeit mit vielen Einbahnstraßen um den Besucherverkehr zu entschärfen. Aber der nette Herr an der Information hat mir den Weg sehr gut beschrieben.

Als ich dann bei der Betriebsärztin ankam, durfte ich als erstes meine Impfpass abgeben und durfte einen Fragebogen zu meinem Gesundheitszustand ausfüllen. Dann wurde Blutdruck gemessen und schon ging es rein zur Ärztin. Sie war sehr nett, fragte noch einmal alles ab, ich bekam eine kleine Belehrung und dann war ich schon fertig. Am Ende fragte ich sie, ob man sich irgenwann in diesem riesigen Haus zurecht findet. Sie meinte, ja, das wird irgendwann …. Da war ich doch schon etwas beruhigter.

Jetzt sitze ich gerade hier, sortiere Bücher und räume meinen Schreibtisch um. Hier werde ich in den nächsten 3 Jahren wohl etwas mehr Zeit verbringen…

Ich freu mich schon so… Ich gehe noch 4 Tage arbeiten… Und dann ist auch schon mein Ausstand. Krieg nen richtigen Kloß im Hals, wenn ich an den Abschied von meinen Mädels denke…

T – 10 Tage…

 

11.07.2020

Gestern kam ein Brief vom Uniklinikum Halle (Saale) – UKH – an. In dem stand, wann es denn am 1. September wie und wo los geht… Jetzt wird es so langsam ernst. Jetzt wird begonnen nach Zugverbindungen zu schauen, Fahrstrecken zu testen und der Bücherschrank füllt sich auch so langsam…

Kann jetzt noch was schief gehen? Naja… Ausgemustert werden kann ich noch… Anfang August findet die Betriebsärztliche Untersuchung statt und da sollte alles passen… Sonst wirds nichts mit dem Hebammentraum…

Auch auf Arbeit wird es so langsam ernst. Ich beginne mit der Einarbeitung meiner Nachfolgerin, melde mich so langsam bei den Studienzentralen ab und ordne mich neu…

Bald ist es soweit… T – 51Tage…

 

06.07.2020

„Och nööö, jetzt fängt sie auch noch mit sowas an…“

Jupp, tut sie wohl… In den letzten Wochen erreichten mich ziemlich viele Anfragen, wann meine nächsten Kurse starten werden… Und ich konnte immer nur antworten: „Ich beginne im September die Hebammen-Ausbildung… Ich möchte gern weiter Kurse geben, warte aber ersteinmal ab, wie die Ausbildung anläuft.“

Die Reaktion war fast immer gleich… Lange Gesichter und ein Hoffen, dass es weitergeht.

Also habe ich beschlossen, dass ich euch hier ein wenig mitnehmen werde und euch immer auf dem Laufenden halten möchte, wie es um Ausbildung, Familie und Kurse steht.

Auf geht’s 🙂